Institut für Bayerische Geschichte
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Festschrift Alois Schmid

Akteure - Beziehungen - Ideen. Bayerische Geschichte im interterritorialen Zusammenhang.

Autoren/Herausgeber: Becker
Putz
Burger
Horling
Erschienen: 2010
VORWORT

Am 14. Juli 2010 vollendet Alois Schmid sein 65. Lebensjahr. Mit dem Eintritt in den Ruhestand zum Ende des Sommersemesters 2010 scheidet er als Lehrstuhlinhaber für Bayerische Geschichte und vergleichende Landesgeschichte mit besonderer Berücksichtigung des Mittelalters aus dem aktiven Dienst an der Ludwig-Maximilians-Universität München aus.

Alois Schmid setzt markante Akzente in der bayerischen Landesgeschichte. Als vordringliches Ziel für das Fach sieht er es an, Bayern in seinen vielfältigen interterritorialen Bezügen darzustellen und zu konturieren. In diesem Sinne lenkt er den Blick der von ihm ausgebildeten Landeshistoriker und Landeshistorikerinnen ganz bewußt nicht nur auf die innere Geschichte des Landes, sondern auch auf dessen Außenbeziehungen.

In der historischen Entwicklung seit dem frühen Mittelalter oszillierten die Möglichkeiten der einzelnen, bis zur Eingliederung in das Kurfürstentum bzw. Königreich Bayern selbständigen Herrschaftsbereiche, auswärtige Beziehungen zu knüpfen und zu pflegen, zwischen einem regionalen Horizont und einer europäischen Perspektive. Seit 1871 definieren sich die Handlungsspielräume Bayerns über weiter gefaßte Bezugssysteme, so zunächst das Deutsche Reich, nach dem Zweiten Weltkrieg die föderal strukturierte Bundesrepublik Deutschland und in jüngster Zeit vermehrt das zusammenwachsende Europa.

Um die Vielfalt dieser Verbindungen zu erfassen, ist über einen klassisch außenpolitischen oder diplomatiegeschichtlichen Ansatz hinauszugehen. Der Zusammenhang der bayerischen Geschichte mit den Entwicklungen in anderen historischen Räumen enthüllt sich vielmehr in multiperspektivischen Querschnitten, wie sie unter Berücksichtigung gesellschaftlicher, sozialer oder wirtschaftlicher Fragestellungen, aber auch rechtlicher und kultureller Aspekte erreicht werden können.

Der vorliegende Aufsatzband mit seinen 20 Beiträgen hat das Ziel, ein Panorama der interterritorialen Beziehungen Bayerns in einem epochenübergreifenden Zugriff zu entwerfen. Die Szenerien sind vielfältig in ihren Erscheinungsformen. Daher treten Persönlichkeiten und raumverbindende Ideen in ihrer Funktion als beziehungsstiftende Faktoren gleichberechtigt nebeneinander.

Die Autoren wurden bei Alois Schmid promoviert. Sie entstammen dem Kreis der akademischen Schüler an seinen Wirkungsorten als Hochschullehrer, der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (1988-1994), der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (1994-1998) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (1998-2010).

Mancher Leser wird ein Schriftenverzeichnis und eine Liste der vom Jubilar betreuten akademischen Abschlußarbeiten vermissen. Da beides momentan nur vorläufigen Charakter besäße, haben die Herausgeber bewußt darauf verzichtet.

Um die Finanzierung dieser von den Schülern dargebrachten Festgabe zu sichern, waren zahlreiche Gespräche notwendig. Für sein erfolgreiches Wirken im Hintergrund danken die Herausgeber Herrn Professor Dr. Hermann Rumschöttel sehr herzlich. Ein besonderer Dank geht an Herrn Erich Laßleben vom Verlag Michael Laßleben, der sich bereit erklärt hat, diesen Aufsatzband in sein Veröffentlichungsprogramm aufzunehmen. Die bewährte Zusammenarbeit mit ihm und Herrn Dr. Anton Thanner als Setzer war auch bei dieser Publikation Garant für eine termingerechte Fertigstellung.

Die Schüler verstehen den hier vorgelegten Sammelband als Ausdruck ihrer großen Wertschätzung für den engagierten Lehrer, als Dank für die jahrelange und auch über den Abschluß des Promotionsverfahrens hinausgehende Betreuung und persönliche Anteilnahme am Lebensweg jedes Einzelnen. Sie wünschen ihrem Mentor einen produktiven „Un-Ruhestand“, Zeit und Kraft, die in Aussicht genommenen wissenschaftlichen Vorhaben zu verwirklichen, und das Fach Bayerische Landesgeschichte weiterhin in fruchtbarer Weise voranzubringen.

München, im Juni 2010

Die Herausgeber

 

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